Das Solarstromprojekt »Mietersonne Kaulsdorf« wird ein Vorbildprojekt zur Energiewende in Berlin. Die Kooperation von Berliner Stadtwerken und berlinovo ermöglicht den Bau und Betrieb des bisher größten deutschen Mieterstromprojektes.
berlinovo-Mieter aus hundert Häusern in Kaulsdorf-Nord können Ökostrom vom eigenen Dach beziehen. Den Löwenanteil der dafür notwendigen Solaranlagen haben die Berliner Stadtwerke bereits auf den Dächern montiert.
Stadtwerke überschreiten die solare 10 MW-Schwelle
Acht Hektar Module sind bereits insgesamt auf Berlins Dächern gebaut, davon fast die Hälfte auf Wohngebäuden. Mit den neuen Projekten ziehen die Berliner Stadtwerke ihr Tempo beim Solaranlagenausbau in der Hauptstadt deutlich an. Der kommunale Ökostromproduzent hat Ende September die 10 Megawatt-Schwelle der installierten Leistung überschritten.
Seit Inbetriebnahme der ersten Solaranlage auf einem Haus der GESOBAU an der Pankower Rolandstraße, haben die Berliner Stadtwerke ihre installierte Leistung damit exakt verhundertfacht. Die für eine Spitzenleistung aufgebauten 10 Megawatt peak (MWp) entsprechen rund einem Zehntel aller in Berlin installierten Solarleistung. Aktuell gibt es von der Großanlage und Dachanlage bis zur Einfamilienhausanlage mehr als 150 Photovoltaik-Einzelanlagen.
Mieterstromanteil bei 40%
Rund 4,3 MWp der 10 MWp wurden für Mieterstromanlagen mit Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften errichtet. Auch einige Wohnungseigentümergemeinschaften sind mit dabei.
Bei diesen Projekten können Mieter bzw. Eigentümer den auf dem eigenen Dach erzeugten Strom direkt und besonders kostengünstig beziehen und damit selbst zur Energiewende beitragen. Rund 5,7 MWp sind dazu auf landeseigenen Immobilien – Schulen, Sporthallen, Verwaltungs- und Kulturgebäuden, Gefängnissen sowie Feuer- und Polizeiwachen – montiert worden.
Stadtwerke-Geschäftsführerin Dr. Kerstin Busch sagte dazu:
»Die ersten 10 Megawatt sind für uns ein Meilenstein, auch weil wir damit die Zubauspitze in Berlin markieren, aber wir wissen auch, dass wir das Tempo kräftig steigern müssen, um die Klimaziele der Stadt zu erreichen.«

Kundenzentrum der Berliner Stadtwerke, Teterower Ring 41, 12619 Berlin – Foto: Benjamin Pritzkuleit
Montage auch auf Hochhäusern mit 13 Stockwerken
Die Photovoltaik-Anlagen werden auch auf Dächern der 13. Etage montiert. Die Solaranlagen werden so montiert, dass die Dachhaut nicht beschädigt wird. Die einzelnen Module sind durch Metallschienen miteinander verbunden. Diese Schienen sind wiederum mit Verbundpflastersteinen beschwert. Damit sind die Solarmodule gegen Windsog gesichert.
Solarstrom für das Hausnetz und das Stromnetz
Die Photovoltaik-Anlagen liefern Strom über zwei Verbindungen: eine führt ins Hausnetz und eine ins Berliner Stromnetz. Schon rund 10% von 4.300 Haushalten haben einen Mieterstrom-Vertrag. Deshalb gibt es auch vor Ort ein Kundenbüro der Berliner Stadtwerke am Teterower Ring 41, das an zwei Tagen in der Woche besetzt ist. Die Mitarbeiter des Kundenbüros sollen nun auch die anderen Mieter von den Vorteilen des Mieterstromtarifs überzeugen. Auch Einsätze mit einem Servicemobil im Kiez werben für den Umstieg.
Mieterstromtarif Sonne+
Der Mieterstromtarif heißt Sonne+ und kostet im Arbeitspreis 25 cent / kwh bei 8,10 € mtl. Grundpreis. Der Grundversorgertarif ist 8,20 € mtl. und 31,14 Cent / Kwh. D.h. Grundpreis ist 1,2% teurer und Arbeitspreis ist 24,6% teurer. Bei einem mittleren Verbrauch von 3500 kwh für einen 3 Personenhaushalt kann dieser Haushalt also 216,10 € jährlich einsparen wenn er vom Grundversorger im Mieterstromobjekt zu den Berliner Stadtwerken wechselt.